Schloss Bartenstein
Die Herren von Bartenstein hatten auf der Burg ihr Herrschaftszentrum, danach Sitz eines hohenlohischen Amtmannes. Während des Bauernkrieges und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört. Auf einem Bergsporn über der Ette wurden ab 1710 die baufällige Gebäude zum Schloss für die Grafen von Hohenlohe-Bartenstein umgebaut. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Bauten zu einer eindrucksvollen Dreiflügelanlage umgestaltet. Beim barocken Umbau integrierte Baudirektor Gallasini gekonnt ältere Bauelemente. Heute zählt das Bauwerk zu den Paradebeispielen hohenlohischer Barockresidenzen. Der vierstöckige Mittelbau überragt in seiner stärker gegliederten Ausgestaltung die schlichteren Schlossflügel. Das geschnitzte Allianzwappen von Hohenlohe -Limburg über dem Mittelrisalit trug früher Wappenfarben. Vom Eingangsbereich schwingt sich eine symmetrisch angeordnete Treppenkonstruktion elegant über zwei Stockwerke zu den Repräsentationsräumen. Im ehemaligen Marstall des Südflügels standen während der Glanzzeit fürstlicher Hofhaltung bis zu 80 Pferde. Die langen Gänge darüber sind mit eindrucksvollen Ahnengalerien ausgestattet. Gegenüber im Nordflügel ist die Hofbibliothek untergebracht. Sie verbindet den Hauptbau mit der Schlosskirche. Einst teilte ein gewaltiges schmiedeeisernes Gitterwerk den inneren und äußeren Schlosshof. Dort standen Soldaten Wache. Nach französischem Vorbild im Sinne eines Place Royale bilden Schloss und Schlossplatz eine Einheit. Das Schloss ist bewohnt und noch im Besitz der Familie Hohenlohe-Bartenstein.
Text: Anne und Claus Reimann, Bartenstein